Allgemeine Infos über Igel
Igel
Allgemeines: Igel ist das Tier des Jahres 2024. Fossilienfunde aus dem Ende der Kreidezeit belegen, dass Igel zu den erdgeschichtlich ältesten Säugetieren gehören!
In Deutschland heimisch ist der Europäische und der Westliche Braunbrustigel, seltener auch der Nördliche Weißbrustigel.
Allgemein besteht eine hohe Jugendsterblichkeit von 60-80%. Ein Igel wird im Schnitt 2-4 Jahre alt, selten bis zu 10 Jahre.
Nahrung: Sie fressen, entgegen beliebter Zeichungen in Kinderbüchern, keine Äpfel! Sie sollten auch keine Mehlwürmer zu Fressen bekommen, da dies zu Mangelernährung führt! Für Igel wertvolle Nahrung sind Insekten wie Käfer, Larven, Tausendfüßler, Heuschrecken, Regenwürmer, Asseln, und ggf. auch mal Schnecken.
Verhalten: Igel sind reviertreue Einzelgänger. Sie orientieren sich räumlich mittels einer mentalen Landkarte. Tagsüber schlafen sie in Nestern, Verstecken oder im hohen Gras. In der Dämmerung und Nachts gehen sie kilometerweit auf Nahrungssuche.
Das Revier ist mehrere Hektar groß. Erwachsene Igel sind reviertreu.
Probleme: Zunehmend hat es der Igel in unserer Kulturlandschaft schwer. Er findet immer weniger passenden Lebensraum. Er braucht als natürlichen Lebensraum Hecken, Gehölze, artenreichen Magerwiesen, Waldränder und strukturierte Mischlandschaften.
Der Igel ist zum Kulturfolger in Städten und Parks geworden. Vermutlich gibt es in Städten bis zu neunmal so viele Igel wie auf dem Land. Warum? Vermutlich bieten Gärten und Grünanlagen in Siedlungsgebieten mehr Abwechslung. Aber auch hier hat es der Igel immer schwerer. Lebensraum geht verloren durch hermetisch abgeriegelte Grundstücke mit undurchlässigen Zäunen oder Mauern, versiegelten Flächen oder sterilen Schottergärten. Für Igel müssen Gärten untereinander zugänglich sein, zum Beispiel durch kleine Lücken im Zaun (die aber sicher vor Verletzungen sind). Nur dann kann er ungehindert sein Revier durchstreifen. Die Nähe zum Menschen birgt zudem Gefahren wie Straßenverkehr oder Mähroboter (Mähroboter NIE in den Abend- oder Nachtstunden betreiben, auch Kameras an Mährobotern registrieren oft erst, nachdem sie Verletzunge zugefügt haben!).
Das Nahrungsangebot des Igels wird durch die Zerschneidung der Landschaft, intensive Landwirtschaft und die moderne Gartengestaltung stark reduziert. Wie viele Igel es in Deutschland gibt, ist nicht bekannt.
Es besteht die Sorge, dass der Bestand hierzulande schleichend abnimmt und seine Art gefährdet wird! Damit es dem stacheligen Nachtwanderer gut geht, braucht er in der Offenlandschaft Hecken. Er braucht in Gärten wilde Ecken und Zaunlöcher.
Insekten als Nahrung müssen ausreichend vorhanden sein. Sowohl im Dorf wie im eigenen Garten kann jeder dazu beitragen, durch die Anlage naturnaher Gärten, naturnaher Gartenelemente, Blühwiesen oder dergleichen!
Damit wir auch morgen noch sagen können: „Igel? Kennt doch jedes Kind!“